Direkt zum Hauptbereich

Startrampengedanken

Heute morgen bin ich in einem anderen Zimmer aufgewacht. Einem von der Sorte fremdvertraut. Eins in dem ich schon oft geschlafen habe. Das ich seit beinahe einem Jahrzehnt immer wieder betreten habe. Heut morgen also, da lag ich da, habe mich umgesehen. Erinnerungen, die über die Jahre gesammelt wurden. Ein heimeliges Chaos. Viele Kleinigkeiten von mir- einige, von denen ich nicht mal mehr wusste, dass sie dort sind. Die Geschichte eines Lebens, die Geschichte einer Freundschaft. Einer Freundschaft, die eine der wichtigsten Lebensphasen begleitet hat: Erwachsen werden. Scheinbar sind wir das jetzt auch schon irgendwie. Wir gingen zwar komplett unterschiedliche Wege, haben komplett verschiedene Lebensmodelle und Einstellungen dazu, aber wir hatten was wichtiges immer: Uns 

Wir haben Flügel bekommen. Flügel, die uns unsere Eltern geschenkt haben, die unser Umfeld gebaut hat, die uns tragen werden.

Und mit denen werden wir fliegen. Die eine zielgerichtet. Rational planend. In ein neues, aber sicheres Nest. Die andere eher wie ein Luftballon. Auf ins Unbekannte. Es herrscht Aufbruchstimmung in mir. Die Sehnsucht loszufliegen hat gewonnen. Recht weit weg von Zuhause. 
Doch egal, wie weit weg man ist, mit dem Herzen niemals ganz. Bei Mama und Papa werde ich immer ein Zuhause haben. Mit dieser einen Freundin wird es bleiben wie es ist: Egal, wie lange wir uns nicht gesehen haben, es wird immer ein Gefühl des heimkommens sein, es wird immer sein, als ob wir uns vorgestern erst gesehen haben, sie wird immer diese eine und längste und besonderste beste Freundin bleiben.

Das alles ist mir heute und gestern bewusst geworden. Denn der Schritt, den ich jetzt gehe, der ist unausweichlich. Der ist wichtig. Und ich glaube, nein, ich fühle es: Es ist gut.

Ja, ich hab eine Scheißangst davor. Vor allem was kommt. Hab das auch so noch keinem anvertraut. "Mach dir keinen Kopf! DU du schaffst das sowieso!" Klar. Das weiß ich. Eigentlich. Aber die Angst ist trotzdem da. Meine Eltern machen mir das auch nicht unbedingt leichter... Da passt ein Lied von Jördis Tielsch so wunderbar:

 "Genau wie du"

"Bitte keine Tränen
es fällt mir schwer genug
ich geh jetzt, sonst verpass` ich meinen Zug.

Du kannst mich halten,
mich wiegen und mich stillen,
mich panzern und in Worte hüllen.
Doch du kannst mich nicht vor jedem Sturm bewahren!

Ich werde laufen,
unendlich weit.
Ich werde fallen,
von Zeit zu Zeit.
Ich werde sinnlos
voll Hoffnung sein.
Geborgen und wieder allein.

Ich werd mit Anlauf
in Abgeünde springen.
Werd auf dem Holzweg 
mit Windmühlen ringen.
Werd mich stoßen,
an tausend Dingen,
bis ein oder zwei mir gelingen.

Genau wie du!

Kenn jeden Ratschlag,
jedes Wort von dir.
Ich trag sie alle
tief in mir.
Und wenn es eng wird
kram ich sie hervor,
hol mir deine Stimme an mein Ohr!
Doch ich muss den Weg auf eignen Füßen gehen.

Ich werde laufen,
unendlich weit.
Ich werde fallen,
von Zeit zu Zeit.
Ich werde sinnlos
voll Hoffnung sein.
Geborgen und wieder allein.

Ich werd mit Anlauf
in Abgeünde springen.
Werd auf dem Holzweg 
mit Windmühlen ringen.
Werd mich stoßen,
an tausend Dingen,
bis ein oder zwei mir gelingen."

Zum Abschluss noch ein Lied, das ich leider nur auf Spotify gefunden hab, aber viele von euch habens ja :) "Ich flieg mit dem Wind" von Rolf Zuckowski Das ist so das Lied, das mich mit meinen Eltern verbindet... Die besten der Welt. Mama, Papa, ich liebe euch! "Ich flieg mit dem Wind... Was auch geschieht, ich weiß, dass wir uns verstehen! Und da unten ist jemand, der mich liebt!"

Beliebte Posts aus diesem Blog

Stimme zeigen

Ich rede, du hörst zu. Du redest, ich höre zu. Wir reden, du hältst mich. Wir reden, ich halte dich. Du bist da. Ich bin da. Echte Freundschaft.

Mein momentanes Leben in Bildern

Brausepulver

Es ist Samstagmorgen, 06:54 Uhr, die Sonne geht gerade auf und ein paar Vogel(damen?) tauschen vor meinem Fenster den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Ich liege im Bett, noch irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit und lausche dem Schauspiel. Irgendwann fangen die Kirchenglocken von Gegenüber an zu läuten - nanu, das tun die doch sonst immer erst um acht - und bringen mich ein bisschen weiter hinein in die Wirklichkeit. Ich beginne zu lächeln, denn ich genieße die Helligkeit, die noch nicht störend ist, sondern ein echtes, literarisches Wachkitzeln durch die ersten Sonnenstrahlen. Schon in ein paar Wochen wird das anders sein - denn wenn die Sonne früher aufgeht, dann fallen um diese Zeit keine sanften Lichtstrahlen durch die Zimmer, sondern da ist die Ecke, in der das Bett steht, hell erleuchtet. Eine volle Woche liegt hinter mir. Eine Woche voller Lärm, Kinderlachen und ihrer Tränen. Eine Woche Skepsis und fröhliches Augenglitzern und noch so vieles mehr. Eben eine Woche voller ...