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Verstaubte Schätze

Manchmal kommt es mir vor, als wären wir Menschen alte Häuser.

Diese großen, aus Holz, wie sie in so vielen amerikanischen Filmen auftauchen.

Nein, nicht die neuen, in denen die glücklichen Familien leben oder gar gerade erst einziehen. Ich denke an die, die keiner haben möchte. In denen vielleicht noch eine einsame alte Dame lebt. In denen so vieles liegt, das in Vergessenheit geraten ist. Solange bis doch jemand auftaucht und sich dafür interessiert.

Jemand, der nach und nach den Staub von all den Kisten und Kästen und Krügen und Tassen und Bildern und Büchern pustet, nur um zu sehen, was sich unter der trüben Schicht verbirgt. Jemand, der das nicht nur in der Stube macht, die man ja schließlich als erstes sieht und betritt, sondern jemand, der sich nach und nach durch das ganze Haus kämpft. Der liebevoll mit all den Dingen umgeht, die ihm in den einzelnen Räumen begegnen. Dinge, die ihre eigenen Geschichten erzählen.
Einer, der sich schon bald sicher in dem Haus bewegt, als wäre er dort aufgewachsen. Der das Haus mit Leben erfüllt und Licht in all die dunklen Ecken bringt. Der die Fenster putzt, ein paar Blumen und Kerzen besorgt, der die Glühbirnen wechselt und die Teppiche ausschüttelt. Einer der kommt um zu leben.

Und dann, wenn er das Haus schon eine Weile kennt, sich auskennt, sich wohlfühlt und scheinbar alle Ecken und Enden kennt, genau dann wird er die Lockere Diele im Boden eines Raumes entdecken oder bemerkt aus Zufall die abnehmbare Fliese im Badezimmer. Hebt den Deckel langsam ab, hustet vielleicht vom Staub der Jahre und wirft schließlich ein bisschen Licht auf längst Vergessenes.

Doch was wird er damit in Gang bringen?

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